Bienenweide

In den letzten Jahren haben sich die Lebensbedingungen für Bienen und Wildbienen leider gravierend verändert. Es gibt deutlich weniger Wildbienen und bei den Honigbienen spricht man vom Bienensterben. Als Imker und als Bienenweide-Fachberater (ausgebildet vom Landesverband Westfälisch und Lippischer Imker e.V.) liegt es uns sehr am Herzen, den Bienen und Wildbienen eine gute Nahrungsgrundlage zu schaffen. So bieten wir in diesem Jahr spezielle Kräuter, Blumen und Stauden an, die Nektar und Pollen für die Insekten bereithalten. Mit dem Erwerb dieser Pflanzen leisten Sie einen wichtigen Beitrag für den Erhalt von Wild- und Honigbienen!

Schädlinge, wie Blattläuse, bekämpfen wir ohne Pestizide sondern mit natürlichen Schädlingsbekämpfern, den Schlupfwespen.

Wie lege ich eine Wildblumenwiese an:

Eine Schwarzbrache herstellen: Pflügen oder Bearbeitung mit einer Spatenmaschine, Ackerfräse, Grubber etc., Umgraben mit dem Spaten
Fläche unkrautfrei vorbereiten: z.B. Wurzelunkräuter manuell entfernen, Rasensoden komplett entfernen, aufkeimendes Wildkraut mehrmals entfernen, locker harken oder maschinell mit einer Kreisel-Egge um ein feines Saatbeet zu haben, eventuell Boden abmagern mit Sand.

  • Die Bodenvorbereitung ist sehr wichtig, maßgeblich für das Wachsen der Wildblumenmischung, je sauberer die Fläche umso sicherer das Aufwachsen.
  • Heimisches und regionales Saatgut verwenden.
  • Je nach Zusammensetzung der Mischung bleibt die Wiese bis zu 7 Jahre.
  • Aussaat Zeitpunkt: je nach Mischung zur passenden Jahreszeit und am besten vor angesagten Regentagen ausbringen.
  • Wichtig: Aussaatmenge beachten, Waage verwenden.
  • Nach der Saat nicht mit Erde bedecken oder einharken.
  • Das Saatgut an walzen bzw. mit einer Schaufel oder einem Brett andrücken.
  • Ausreichend wässern.
  • Vor Vogelfraß schützen, z.B. mit einer Vogelscheuche, aufwachsende Pflanzen vor Kaninchen und Rehen schützen z.B. mit einem Zaun.
  • Je nach Mischung erster Rückschnitt, (Pflegeschnitt) im kommenden Frühjahr oder Herbst, Rückschnitt ist sehr wichtig, da die in der Mischung befindlichen Gräser sich aussäen können und sich zu sehr ausbreiten und die Blühpflanzen unterdrücken können (Zeigerpflanze Margerite: Wenn die Margerite blüht, ist der richtige Zeitpunkt die Wiese zu schneiden).
  • Bei größeren Flächen den Schnitt etappenweise vornehmen, um den Wildbienen ihre Futterquelle nicht abrupt zu nehmen, Wildbienen können oft nicht so weit fliegen bzw. brauchen ein blühendes Band, überwinden keine Trachtlücke.
  • Der Rückschnitt sollte am besten mit einer Sense oder einem Balkenmäher passieren und das Schnittgut muss abgeräumt werden, nicht mulchen.
  • Der Rückschnitt kann kompostiert werden.
  • Über den Winter kann man die Pflanzenrückstände als Nahrungsquelle und Unterschlupfmöglichkeiten für die Wildbienen stehen lassen.
  • Es gibt auch die Möglichkei,t auf dem Balkon oder in kleineren Gärten Wildblumenmischungen in Kübel oder Kästen auszusäen.

Blühmischungen für Dortmund (ausgesuchte Beispiele)

Saatgutmischungen von Rieger Hofmann GmbH, Blaufelden

BLUMENWIESE
Sehr artenreiche Blumenwiese, für Wiesen und Säume in der freien Landschaft, für sehr magere Böden, evt. Abmagern : 10 cm Humus abtragen und mit Kalkschotter auffüllen, oder z.B. bei neuen Verkehrsinseln den Schotter nicht entsorgen sondern als Grundlage nehmen, Höhe 80-100 cm, 1 kg 95,- €, 4 g/m², 40 kg/ha
– nur für magere Böden
– Aussaat Anfang März bis Anfang April
– bis 15. Juni erster Schnitt, dann Schnittgut in die Biogasanlage
– die darauf folgenden Schnitte kompostieren
– zwei bis dreimal pro Jahr schneiden
– Beweidung möglich

SCHMETTERLINGS- UND WILDBIENENSAUM
Säume für Stadt und Land, den ganzen Sommer Blüten in Hülle und Fülle, Höhe 60-140 cm, schon im ersten Jahr einjährige Blühpflanzen, später mehr ausdauernde Arten, 1 kg 120,- €, 2 g/m², 20 kg/ha,
– entlang von Wegen, auf langfristigen Ackerrandstreifen, Buntbrachen
– Aussaat Frühjahr
– ein Schnitt im Frühjahr
– Schnitt abräumen
– kein Schnitt im Herbst, Pflanzen dienen Vögel für Winterfutter und Unterschlupf für Insekten
– an manchen Standorten reicht auch ein Schnitt in zwei- bis dreijährigen Abstand

BUNTER SAUM, SCHNELLER BLÜHASPEKT
mit ein- und zweijährigen Arten
Begrünung für den Stadt- und Siedlungsbereich, schnelle Begrünung für eine Dauer von 1-5 Jahren, 1 kg 90,- €, 2 g/m², 20 kg/ha
– Aussaat im Frühjahr
– Schnitt im Spätherbst, (Ausschütteln der Samenkapseln und Einrechen des Saatgutes)
– Schnitt abräumen

BLUMENRASEN, KRÄUTERRASEN
Begrünungen für Stadt- und Siedlungsbereich, 40-60 cm hoch, Blumen-Gräser-Mischung, mäßig trittfester, niederwüchsiger Rasen, 1 kg 50,- €, 6 g/m², 60 kg /ha
– Aussaat im Frühjahr
– 20 schnittverträgliche Blütenpflanzen
– kann je nach Bedarf 3 -5 mal im Jahr gemäht werden
– Schnitt sollte 5 cm nicht unterschreiten
– der Blumenrasen kann verfüttert werden

BLÜHENDE LANDSCHAFTEN
für land- und forstwirtschaftliche Flächen, mehrjährig, lang anhaltender Blühzeitraum, insektenfreundliche Blühstreifen in der Agrarlandschaft, mehrjährige Stilllegungen, oder kleinere Bereiche im Garten, 60 % Kulturpflanzen und 40 % Wildarten, im ersten Jahr bunt blühende Kulturpflanzen prägend, später dominieren die ausdauernden Wildarten. Ca für 5 Jahre konzipiert und der Schnitt kann in die Biogasanlage, Höhe 80-140 cm, 1 kg 35,- €, 1g/m², 10 kg/ha, bei kleineren Flächen 2 g/m²
– Aussaat Mitte März bis Ende Juni
– Schnitt im Frühjahr möglich
– für Wildbienen und Stauden-Wintersteher eine wichtige Ressource

Wichtig:
Bei Verwendung in der freien Landschaft müssen die Mischungen auf den Standort und die Saatgutverfügbarkeit angepasst werden. Sie sollten dort nur in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde zum Einsatz kommen.

Alle Mischungen müssen in eine saubere ( Wurzelunkräuter entfernen! oder mehrfach bearbeiten!!) Schwarzbrache (pflügen, eggen oder fräsen) gesät werden, das Saatgut muss angewalzt werden, min. drei Wochen feucht halten, bei Bedarf vor Tierfraß schützen.

Der Schnitt erfolgt mit einem Balkenmäher mit Doppelmesser und es darf nicht gemulcht werden.

Flächen in der Landwirtschaft sollten nach 5 Jahren gepflügt werden, da sie sonst als Grünfläche gelten, die nicht mehr umgebrochen werden darf. (Förderung!)

Beim Schnitt stufenweise schneiden, wenn möglich alle 5 Tage einen Teilabschnitt schneiden, damit die Insekten nicht von jetzt auf gleich ohne Nahrung da stehen.
Wenn Flächen aufgelöst werden, darauf achten, dass neue Flächen nicht so weit entfernt liegen, Wildbienen fliegen nicht so weit!!!!