Start » Anbau » Saatgut

Saatgut

SAMENFESTE SORTEN

Wir setzen in unserer Gärtnerei in einigen Kulturen auch (noch) F1 Hybrid Saatgut ein. Bei manchen Kulturen gibt es leider nicht ausreichend samenfestes Saatgut, oder die vorhandenen Sorten sind für den Produktionsanbau nicht geeignet. Es wird fortlaufend an samenfesten Sorten gezüchtet, aber das dauert halt seine Zeit.

Was sind F1 Hybride? werden wir oft gefragt.

Eine Tomaten Hybride ist z.B. aus einer Kreuzung zweier unterschiedlicher, reinerbiger, speziell und separat gezüchteter Elternlinien entstandene erste Generation (Filia 1, F1 oder
1.Tochtergeneration). Durch diese Kreuzung erhält man Pflanzen, die deutlich leistungsfähiger, gleichförmiger, widerstandsfähiger, gesünder, vitaler und ertragreicher sind.

Ein wesentlicher Nachteil ist, dass das Saatgut nicht von dem/der Gärtner/in selbst vermehrt werden kann. Die Nachzucht der durch Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien (F1 Hybride) gibt ein genetisches Durcheinander weiter, so kann es zu unerwarteten Merkmalen kommen.

Samenfestes Saatgut hat den Vorteil, dass es sich zuverlässig vermehren lässt. Wenn viele reine Sorten und damit ein großer Genpool und die Diversität erhalten bleiben, kann dies dabei helfen, neue robuste Sorten zu züchten – zum Beispiel Sorten, die mit bestimmten klimatischen Bedingungen gut zurechtkommen. Drei Saatgutkonzerne beherrschen über 60 Prozent des weltweiten Marktes für kommerzielles Saatgut und Agrarchemikalien:

DuPont-Dow, ChemChina-Syngenta und Bayer-Monsanto. Baysanto ist mit Abstand der größte Agrarkonzern weltweit. Der Konzern verfügt über ein Drittel des globalen Marktes für kommerzielles Saatgut. Mit der Kontrolle über das Saatgut erlangen die Konzerne Macht über einen Markt, der so existentiell ist wie kein anderer und den es immer geben wird: Menschen müssen essen.

Solche Marktmacht führt zu geringerem Wettbewerb: Wenige Konzerne können Produkte, Preise und Qualitäten diktieren. Die Landwirte und Gärtner haben weniger Auswahl an Saatgut und weniger Vielfalt auf den Feldern. Der jetzt schon dramatische Verlust der Artenvielfalt durch die industrialisierte Landwirtschaft droht sich somit noch zu beschleunigen. Denn alle drei Konzerne halten an einem Agrarmodell fest, das auf Produktivitätssteigerungen setzt, auf die Bewirtschaftung immer größerer Flächen, auf Monokulturen und den Einsatz von Pestiziden und Gentech-Pflanzen.